Die Kirche von Schsenbrunn

Am Ortseingang, von Eisfeld kommend, ist die Kirche von Sachsenbrunn mit ihrem hohen, schmalen, achteckigem Turm. In früherer Zeit befand sich an derselben Stelle eine kleine Wallfahrtskapelle.
Diese war um 1490 für Pilger errichtet worden. die auf ihrem Weg zur heilsamen Quelle der Itz in Stelzen hier Rast und innere Einkehr suchten. Von der alten Kapelle 4 zeugen noch heute das Kreuzgewölbe im Chor mit kehlprofilierten Rippen und einem Schlussstein des Baumeisters, die Chorfenster, der Triumphbogen und das Schweifbogenfenster in der Nordwand des Langhauses. Wie die beiden Weihekreuze an der innere Nordwand bezeugen, wurde die Kapelle einst von einem Bischof geweiht. Die Gemeinde wurde bis nach der Reformation von Eisfeld betreut, u.a. auch von den bekannten ersten Eisfelder Superintendenten Nicolaus Kindt und Dr. Justus Jonas1571 wurde schliesslich in Sachsendorf eine evangelische Pfarrei gestiftet. Eine Inschrift am Balken der dritten Empore von 1531 lässt erkennen das die Kirche erweitert wurde. Auf dem Chor erhebt sich der 31 Meter hohe Turmaufsatz und prägt seit 1610 die markante Silhouette der Kirche. Die wunderschöne, einzigartige Bemalung ist im Stile des Bauernbarock geschaffen worden. Während auf der Kanzel die Evangelisten zu finden sind, zeigt die erste Empore Szenen aus dem Neuen und die zweite solche aus dem Alten Testament. Ergänzt wird dieser Eindruck durch eine kostbare, geschnitzte Kreuzigungsgruppe oberhalb des spitzbogigen Triumphbogens, die der Kirche einen besonderen Reiz gibt. Die detailreiche und anmutige Holzschnitzarbeit ist diejenige Darstellung von Maria un d Johannes unter dem Kreuz Jesu Christi, die der Werkstatt des Würzburger Bildhauers Tilman Riemenschneider zugerechnet wird. Der schöne Taufstein an der Nordseite des Triumphbogens ist aus Sandstein um das Jahr 1593 geschaffen worden. Seit 1747 konnte sich die Gemeinde am Klang einer ersten Orgel erfreuen. Im Jahr 1840 wurde sie von dem Schmiedefelder Orgelbaumeister Michael Schmidt grundlegend umgebaut. Um die Erneuerung der Orgel bemüht sich derzeit ein örtlicher Förderverein.1750 wurde die Sakristei angebaut, die über ein eigenes kleines, mit Schiefer verschlagenes Walmdach und einen sechseckigen Dachreiter mit eigenem Turmknopf verfügt.   Im Turm befinden sich insgesamt vier gusseiserne Glocken mit interessanten Namen. Entsprechend der  Läuteordnung  heisst  die grösste “ Sonntagsglocke “ ( 1921 ), die zweite “ Gebetsglocke” ( 1960 ), die dritte “ Taufglocke” (1921) und die kleinste “ Kinderglocke” ( 1964 ). Letztere läutet besonders zum Kindergottesdienst. In den Jahren 1990 / 91 wurde die Kirche restauriert.

 

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