Gedichte & Geschichten von Moni Poppenmüller - Trümper
Zum Frühling
Das arbeitslose Gänseblümchen
Unter der gefrosteten Erde war es schon seit einiger Zeit so weit
und klar, der Frühling ist schon lange da.
Die Winterlinge kämpften ohne Unterlass und
zeigten bereits im weichen Schnee ihr Blütensonnenkleid, das machte Spaß.
Durften die denn das, die Winterlinge, hatten sie dafür einen Arbeitspass?
Nur das scheinbar dümmliche Gänseblümchen, welches gerade mehrere
Weiterbildungen in Wuchskunde hinter sich hatte, kam in die Klemme
Man sagte so einfach: ” sei keine Memme , warte ab die Zeit, bis man dir sagt, es ist so weit !“
Gesagt, getan. Das edle Weiss des kleinen, kämpferischen, Gänseblümchens blieb zahm, wartete und tat, wie es ihm zugetan.
Es war nicht stur, bereitete sich vor und liess gedeihen den Blütenstengel nur,
machte die Blätter bereit und hielt zurück sein weißes Blütenkleid.
Da, sieh nur hin, wo ist der Schnee?! Der Schnee von gestern ist weg
und siehst Du nicht wie froh ich bin? Jetzt ist alles klar , das Gänseblümchen
bleibt immer da.
03.2005 Moni P.-T.
Wiese
Warme, weiche Schäfchenwolken,
süsse Töne dringen an mein Ohr.
Leise Luft, doch dessen Wehen
schnürt den Atem zu wie nie zuvor.
Kleine Füsschen tippeln sorgsam, treten kein Getier.
Doch diese , grossen, achtlos schlurfend, gehören diese etwa mir?!
Schliesse schnell die Augen, halt den Atem an,
damit ich wieder sehen kann
1999 Moni P.-T.
Du
Schlafen,
Träumen,
wecken,
ich träumte einen wunderschönen Traum.
Ich mach am Tag
keinen Fehler
bis auf einen winzig kleinen,
dessen Detail sich
noch tausendfach zerlegen lässt.
Ich - hektisch ,
oh Zeit
ich mache meine Fehler
ganz langsam!
1976 Moni P.- T.
Nimm
So, nun hast Du Deinen Tag.
Du wolltest ihn doch so.
Still, die Zeit hat für Dich geschwiegen.
Legte man Dir nicht alles vor Füssen
So liest Du nun das Buch,
suchst heraus vom Geschriebenen, was Du kennst
und Dein Tun nennst.
Die Zeit hüllt Dich ein, doch Du
webst Deine Hülle!
1976/ 2005 Moni P.-T.
Hallo Du
Warum schaust Du so verschämt nach unten
wenn Du an den Menschen vorbeiläufst
Schau sie Dir an, nicht alle die da so rennen
wissen wohin sie rennen, gehen.
Sei nicht traurig bist Du auch jetzt noch alleine.
Morgen, vielleicht übermorgen laufe ich an Dir vorbei
dann stosse mich bitte an,
sprich mit mir ja ?!
1975 Moni P.- T.
Abhängigkeit oder Selbsterkenntnis? Was der Mensch Dir wert, sei nicht blind, das merkst Du selbst an Dir, wenn er Dir gänzlich ohne Scheine winkt. Dir für wahr, wird klar; wenn der Ofen der Dich schon lange warmt und das Wams Dir dabei mächtig stinkt. 1989 Moni P.-T.

Liebe ?!
Bevor ich Dich lieben kann, stelle ich Dich auf den Kopf und lasse aus Dir alles Unmögliche heraus. Dann diktiere ich Dir meinen kleinen, unmöglichen Text. Wenn Du diesen dann glücklich und zufrieden wiederkäuest, werde ich ganz langsam einsam.
1980 Moni P.-T.
Zur Osterzeit
Weißkuschelig, süsse Schneeflöckchen halten den noch frostigen Boden
so kurz vor Ostern zu gedeckt.
Hat es denn noch keiner gehört, gesehen, entdeckt?
Der Frühling ist es, der da weckt!
Weißkuschelig Schneeflöckchen streicheln jede Seele.
Kennt ihr denn nicht diese Zufriedenheit
und vernehmt der Frühlingslieder frischen Kehle
im zarten, bunten Liederkleid?
Schau Du mit mir noch heut,
der Winterlinge zarten Sonnen Blütenkleid.
Ja Du hast es gesehen, entdeckt, wer da weckt
Wir holten uns Kirschzweige und auch Tulpen in das Haus
stimmten an, den frischen Liedertanz, gebunden im zarten Liederstrauß
Er lädt uns immer wieder ein, zum Frühlings- liebsten Tanz.
03.2005 Moni P.- T.
Das Murmelmuseum existiert seit 1995 - im Internet seit Dez 2006 Copyright by Axel Trümper
Stand 01. 02. 2012
